Im vergangenen Jahr haben viele Versicherungsgesellschaften in der Schweiz die Prämien für die Autoversicherung erhöht. Was viele nicht wissen: Diese Entwicklung spiegelt wider, wie moderne Fahrzeugtechnik und ein dynamischer Automobilmarkt mit gestiegenen Ersatzteilpreisen die Kosten für Versicherungen beeinflussen. Auch allgemeine Trends wie Inflation und höhere Lohnkosten spielen eine Rolle.
Gestiegene Reparaturkosten
In den vergangenen Jahren sind die Reparaturkosten in der Schweiz enorm gestiegen. Ein wichtiger Faktor sind Autoersatzteile, die in der Regel aus dem Ausland importiert werden. Sie sind teilweise fast doppelt so teuer wie noch vor über zehn Jahren, so eine Studie des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft. Die Stossstange eines Autos kostet mittlerweile 72 Prozent mehr als 2014, die Rückleuchte sogar 86 Prozent. Hinzu kommt, dass heute mehr Hightech-Komponenten wie Sensoren, dynamische LED-Kurvenlichter oder Windschutzscheiben mit integriertem Fahrassistenzsystem verbaut werden. Auch dies hat Folgen: Kostete ein kleiner Frontschaden an einem Auto 2014 im Schnitt 1900 Schweizer Franken, kann er 2025 gut und gerne 3600 Franken kosten – je nach Marke und Modell auch deutlich mehr.
Kosten einer Autoreparatur
Extreme Wetterereignisse werden häufiger
Eine weitere Ursache für höhere Reparaturkosten sind Extremwetterereignisse: Die Schweiz gehört zu den Ländern mit der grössten Hagelgefährdung Europas. Die Häufigkeit und Intensität von Unwetterereignissen wie Hagel und Stürme hat signifikant zugenommen und verursacht steigende Schadenkosten.
Es gibt mehr Schadenfälle
Unwetterschäden sind nicht die einzige Ursache für steigende Kosten. Zusätzlich steigt die Anzahl der Unfallschäden allgemein. Gründe dafür sind die erhöhte Verkehrsdichte, aber auch Hektik und Ablenkung beim Fahren. Letztere erhöht das Unfallrisiko signifikant: Wer das Navi bedient, hat ein 2,5-faches Risiko. Die Nutzung des Mobiltelefons erhöht das Unfallrisiko um den Faktor 3,6 – es steigt selbst beim Nutzen der Freisprechanlage. Doch am allergefährlichsten ist es, nach Gegenständen zu greifen, z. B. auf dem Rücksitz. So vervielfacht sich das Risiko um den Faktor 9,1.
Autoversicherung: So lassen sich Kosten reduzieren
Wer angesichts steigender AutoversicherungsPrämien Sparpotenzial nutzen möchte, sollte folgende Möglichkeiten prüfen:
Optionale Deckungen kündigen
Gibt es Zusatzversicherungen oder andere Komponenten, die mittlerweile nicht mehr benötigt werden?
Von Vollkasko auf Teilkasko wechseln
Ist die bestehende Vollkaskoversicherung noch notwendig, oder reicht auch eine Teilkasko? Entscheidungsfaktoren sind neben dem Zeitwert des Fahrzeugs und der individuellen Situation auch das Alter und der Zustand des Fahrzeugs.
Selbstbehalt erhöhen
Wer seinen vertraglichen Selbstbehalt erhöht, kann in der Regel von einer günstigeren Prämie profitieren. Es lohnt sich, diese Möglichkeiten einmal ausrechnen zu lassen.
Wechselschild nutzen
Besitzer mehrerer Fahrzeuge können mit einem Wechselschild dieselbe KontrollschildNummer für zwei Fahrzeuge nutzen. Bei dieser Variante darf jedoch immer nur eines der Fahrzeuge gefahren werden.
Von HEV-Rabatt profitieren
Mitglieder des Hauseigentümerverbandes erhalten bei Zurich bis zu 5 Prozent Rabatt auf ihre Autoversicherung. Wichtig: Bitte erwähnen Sie hierfür bei der Offerte Ihre HEV-Mitgliedschaft.


